Zahnarztangst bei Jugendlichen: Welche Rolle frühe Belastungen spielen – Ergebnisse der Young-HUNT4-Studie

Zwei zahnmedizinische Fachangestellte in grüner Arbeitskleidung und mit Schutzmasken bereiten eine Patientin auf eine Prophylaxebehandlung vor. Die Patientin sitzt auf einem Behandlungsstuhl, ihr Gesicht ist nicht sichtbar. Die Fachangestellte auf der linken Seite hält ein zahnmedizinisches Instrument, während die Fachangestellte auf der rechten Seite den Behandlungsstuhl justiert. Im Hintergrund ist ein Monitor zu sehen. Der Behandlungsraum ist hell und modern eingerichtet.

Eine aktuelle bevölkerungsbasierte Studie aus Norwegen zeigt: Jugendliche, die in ihrer Kindheit belastende Erfahrungen gemacht haben – sogenannte „Adverse Childhood Experiences“ (ACEs) –, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, Angst vor dem Zahnarzt zu entwickeln.

Im Rahmen der Young-HUNT4-Erhebung wurden 5.882 norwegische Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren befragt. Es zeigte sich, dass 54,3% der Teilnehmenden mindestens eine belastende Kindheitserfahrung angaben, 5,4% berichteten über Zahnarztangst.

 

Klarer Zusammenhang zwischen ACEs und Angst

Die statistischen Auswertungen zeigen: Jugendliche mit mindestens einer ACE hatten eine 74% höhere Wahrscheinlichkeit, Zahnarztangst anzugeben, im Vergleich zu Jugendlichen ohne ACE. Die Auswertung basiert auf sogenannten Odds Ratios (OR) – einem Maß für die relative Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses. In diesem Fall betrug der OR-Wert 1,74. Mit jeder weiteren Art von ACE stieg das Risiko zusätzlich an (OR 1,24 pro ACE).

 

Besonders betroffen: Mädchen

In einer geschlechterspezifischen Auswertung wurde deutlich: Mädchen waren deutlich häufiger von Zahnarztangst betroffen als Jungen. Mädchen mit mindestens einer ACE hatten ein um 93% erhöhtes Risiko, Zahnarztangst zu berichten (OR 1,93). Bei Jungen fiel der Zusammenhang schwächer aus und war statistisch nicht signifikant.

 

Was bedeutet das konkret für uns bei Hoppe.Dental?

Die Ergebnisse der Studie bestätigen Beobachtungen, die auch wir in unserer täglichen Arbeit machen: Zahnarztangst entsteht häufig nicht plötzlich, sondern steht in Zusammenhang mit individuellen Lebenserfahrungen – auch solchen, die weit zurückliegen. Besonders bei Jugendlichen mit spürbarer Anspannung oder Unsicherheit legen wir großen Wert auf eine sensible, geduldige und respektvolle Begleitung.

Wir wissen, dass die Behandlungssituation selbst bei einigen jungen Menschen unbewusst emotionale Reaktionen auslösen kann – etwa durch das Gefühl von Ausgeliefertsein oder Kontrollverlust. Gerade dann ist es wichtig, aufmerksam hinzuhören, transparent zu kommunizieren und jedem Schritt ausreichend Raum zu geben.

Deshalb gestalten wir unsere Behandlungen so, dass Vertrauen entstehen kann – Schritt für Schritt, auf Augenhöhe und ohne Druck. Unser Team ist im Umgang mit Angstpatienten geschult und sensibel für die besondere Dynamik, die sich aus biografischen Belastungen ergeben kann.

Bei Hoppe.Dental steht nicht nur die medizinische Versorgung im Fokus, sondern auch die psychische Sicherheit unserer Patienten. Wir möchten jungen Menschen helfen, langfristig eine positive Beziehung zur zahnärztlichen Betreuung aufzubauen – als Grundlage für gesunde Zähne und entspannte Zahnarztbesuche, auch in der Zukunft.

Vollständige Studie:
https://bmcoralhealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12903-025-06486-1